Kurz erklärt
Ein Monitoring im Flachdach meldet Nässe im Dachaufbau, oft bevor sich innen ein Fleck zeigt. Was danach passiert, hängt davon ab, wie die Zuständigkeiten im Gebäude geregelt sind: wer die E-Mail erhält, wer vertritt, wer Zugang hat, wer den ersten Einsatz freigibt, wer repariert und wann der Fall abgeschlossen ist. Wer diese sechs Punkte vorab klärt und auf einem Blatt festhält, sorgt dafür, dass auf die E-Mail ein Anruf beim Dachdecker folgt.

Eine E-Mail, die bis Dienstag wartet
Ein frei erfundener Fall zur Veranschaulichung.
Freitag, 17:42 Uhr, ein Bürogebäude mit Gründach. Das Monitoring meldet Nässe im nordöstlichen Bereich. Die E-Mail geht an den Haustechniker, den einzigen hinterlegten Kontakt. Er ist seit Mittag im Urlaub und liest sie am Dienstag. Über das Wochenende regnet es zweimal.
Im Einfamilienhaus liest die Eigentümerin dieselbe Nachricht sofort, am Flughafen. Sie kennt keinen Dachdecker, der am Freitagabend abhebt, und der Nachbar mit dem Ersatzschlüssel ist verreist. Gemeldet hat das System in beiden Fällen rechtzeitig. Es fehlte die Absprache, wer danach handelt.
Was der Alarm aussagt
Bei roofSec liegen Sensorkabel direkt auf der Dampfsperre unter der Wärmedämmung. Eine Kommunikationseinheit fragt die Sensoren regelmäßig ab, ein Cloud-Dienst wertet die Daten aus. Erkennt er Nässe, erhalten die hinterlegten Kontakte eine E-Mail. Im Dashboard erscheint der Dachstatus als Alarm, und der Dachplan zeigt die betroffenen Sensoren.[1][2]
Der Alarm grenzt eine nasse Zone ein. Wo das Wasser eindringt, finden Fachleute vor Ort heraus, denn Wasser kann im Aufbau wandern. Solange die Dampfsperre dicht ist, bleibt der Raum darunter trocken. Lassen Sie den gemeldeten Bereich deshalb auch dann prüfen, wenn innen nichts zu sehen ist.
Eine zweite E-Mail kommt, wenn die Kommunikationseinheit über einen definierten Zeitraum keine Daten sendet, etwa nach einem längeren Strom- oder Internetausfall.[1][2] Lassen Sie dann die Verbindung prüfen, damit das Dach rasch wieder überwacht wird.
Wer die E-Mail erhält
Häufig hängt die Benachrichtigung an einer einzigen Adresse, oft an der Person, die beim Einbau gerade zuständig war. Das reicht, solange diese Person erreichbar ist und im Haus bleibt. Sicherer ist ein Funktionspostfach wie das der Haustechnik oder der Hausverwaltung, das auch bei Abwesenheit jemand liest.
In roofSec können Sie dafür mehrere Adressen hinterlegen. Neben der zuständigen Person gehört die Vertretung in den Verteiler, bei Bedarf auch der Fachbetrieb, der das Dach betreut, oder bei vermieteten Gebäuden der Eigentümer. Im Einfamilienhaus sind es meist beide Partner und eine Vertrauensperson in der Nähe.
Ändern sich Zuständigkeiten, Telefonnummern oder die Hausverwaltung, passen Sie den Verteiler im selben Zug an.
Vertretung für Urlaub, Wochenende und Feiertage
Liegen bleiben Nachrichten vor allem in Randzeiten. Besonders heikel ist der Jahreswechsel, wenn viele Betriebe gleichzeitig schließen. Legen Sie schriftlich fest, wer in welchem Zeitraum vertritt, und nehmen Sie diese Person in den Verteiler auf.
Damit die Vertretung handeln kann, braucht sie dieselben Informationen wie Sie: Zugang, Freigaberahmen und die richtige Telefonnummer. Gehen Sie das Blatt mit dem Reaktionsplan vor dem Urlaub gemeinsam durch.

Zugang zum Dach und zu den Unterlagen
Wer handeln soll, braucht Zugang zum Gebäude, zum Dach und zu den Unterlagen. Klären Sie vorab, wo die Schlüssel für Technikräume und Dachausstieg liegen, wer den Dachplan mit den Sensorpositionen hat und ob Handwerker ohne Begleitung ins Gebäude kommen.
Das Dach selbst betreten geschulte Personen mit gesichertem Zugang, besonders bei Dunkelheit oder Nässe. Was Eigentümer gefahrlos tun können, zeigt der Abschnitt zur Selbstkontrolle beim Flachdach nach dem Sturm. Von innen können Sie prüfen, ob sich unter dem gemeldeten Bereich Flecken oder Tropfwasser zeigen. Ist das der Fall, räumen Sie Geräte und Akten darunter weg.
Wer den ersten Einsatz freigibt
Bremsen kann auch die Freigabe. In der Eigentümergemeinschaft hält die Verwaltung erst Rücksprache, im Unternehmen braucht die Bestellung eine Unterschrift aus der Abteilungsleitung, und die ist am Freitagabend nicht mehr im Haus.
Vereinbaren Sie deshalb einen Rahmen für den ersten Einsatz: Wer darf einen Dachdecker rufen, für welche Leistungen und bis zu welchem Betrag, ohne vorher jemanden zu fragen? Die Untersuchung des gemeldeten Bereichs und eine vorläufige Sicherung gehören in diesen Rahmen. Größere Reparaturen werden danach wie gewohnt entschieden.
Zügiges Handeln liegt auch im Interesse Ihrer Gebäudeversicherung. In Österreich und Deutschland müssen Versicherungsnehmer bei Eintritt eines Versicherungsfalls nach Möglichkeit dafür sorgen, den Schaden abzuwenden oder zu mindern.[4][5] Die Einzelheiten stehen in Ihren Versicherungsbedingungen. Ob ein undichtes Flachdach versichert ist, hängt vom Schadensbild und vom Vertrag ab.
Den Dachdecker kennen, bevor Sie ihn brauchen
Einen Dachdecker suchen Sie am besten, solange das Dach trocken ist. Ideal ist der Betrieb, der das Dach bereits über einen Vertrag zur Flachdach-Wartung betreut. Fragen Sie ihn, wie er außerhalb der Geschäftszeiten erreichbar ist. Bekommt er die E-Mail direkt, vereinbaren Sie, ob er von sich aus kommt oder auf Ihren Anruf wartet.
Für die Suche sollte er alles bekommen, was sie abkürzt: den Dachplan mit den betroffenen Sensoren, Angaben zum Dachaufbau, bekannte Vorschäden und die letzten Arbeiten am Dach, etwa an der PV-Anlage oder an Lüftungsgeräten. Reicht eine Sichtprüfung nicht aus, folgt eine Leckageortung durch spezialisierte Fachleute. Ihre Kosten hängen unter anderem von Dachaufbau, Auflast wie Kies oder Begrünung und der Zahl der Verdachtsstellen ab.
Wann der Fall abgeschlossen ist
Erledigt ist der Alarm, wenn die Ursache gefunden und behoben ist. Ob nasse Dämmung getrocknet oder getauscht werden muss, hängt davon ab, wie viel Wasser eingedrungen ist und wie lange sie nass war. Melden Sie einen Schaden zeitnah Ihrer Versicherung.
Halten Sie fest, wer wann informiert wurde, was gefunden und was repariert wurde, am besten im Wartungsprotokoll des Daches. Zeigt das Dashboard nach der Reparatur weiter einen Alarm, klären Sie mit dem Betrieb, ob noch Restfeuchte im Aufbau steckt oder weiterhin Wasser eindringt.
Der Reaktionsplan auf einem Blatt
Die sechs Punkte passen auf ein Blatt. Legen Sie es zu den Dachunterlagen, im Betrieb zusätzlich in den Technikraum.
| Punkt | Was festgelegt wird |
|---|---|
| Empfang | Alle Adressen im Verteiler, jeweils mit Funktion und Telefonnummer |
| Vertretung | Wer bei Urlaub, Krankheit, am Wochenende und an Feiertagen übernimmt |
| Zugang | Schlüssel, Dachausstieg, Ablageort des Dachplans mit Sensorpositionen |
| Freigabe | Wer den ersten Einsatz beauftragen darf und bis zu welchem Betrag |
| Fachbetrieb | Name, Erreichbarkeit außerhalb der Geschäftszeiten, vereinbarter Ablauf |
| Abschluss | Wer dokumentiert, die Versicherung informiert und das Blatt aktuell hält |
Prüfen Sie das Blatt einmal im Jahr und bei jedem Wechsel von Personal, Verwaltung oder Dachdecker. Denselben Rhythmus empfiehlt ein Leitfaden des Versicherers Arch für Notfallkontaktlisten.[3]
Zuständigkeiten mit dem Monitoring planen
Eingebaut wird roofSec bei Neubau oder Sanierung, weil das Sensorkabel direkt auf der Dampfsperre liegt.[1] In dieser Phase sitzen Bauherr oder Hausverwaltung, Planer und Dachdecker ohnehin an einem Tisch. Dort lassen sich Verteiler und Reaktionsplan in einem Termin festlegen.
Planen Sie ein Flachdach oder eine Sanierung, prüfen wir mit Ihnen, ob roofSec zu Ihrem Aufbau passt, und klären dabei auch, wer sich nach der Übergabe um die Benachrichtigungen kümmert. Für eine erste Einschätzung helfen uns Projektort, ungefähre Dachfläche, Nutzung, Projektstand und die Angabe, wer das Gebäude später betreut.
Häufige Fragen zu Feuchtigkeitsmeldungen im Flachdach
Nein. Jemand sollte die E-Mail zeitnah lesen und den Dachdecker informieren. Ob er sofort kommt oder am nächsten Werktag, entscheidet er nach Wetter, Lage und Dachaufbau. Überlassen Sie den Weg aufs Dach ihm.
Ja. Sinnvoll sind die zuständige Person, ihre Vertretung und bei Bedarf der Betrieb, der das Dach betreut. Halten Sie den Verteiler aktuell, wenn sich Zuständigkeiten ändern.
Lassen Sie den gemeldeten Bereich trotzdem prüfen. Wasser auf der Dampfsperre zeigt sich innen oft erst spät oder an einer anderen Stelle. Ein trockener Raum heißt nur, dass noch nichts sichtbar ist.
Bleiben die Daten der Kommunikationseinheit über einen definierten Zeitraum aus, erhalten die hinterlegten Kontakte eine E-Mail. Anlass kann zum Beispiel ein längerer Strom- oder Internetausfall sein. Lassen Sie die Verbindung prüfen, damit die Überwachung wieder läuft.
In der Regel die Hausverwaltung. Klären Sie in der Eigentümerversammlung, wer neben ihr die Benachrichtigungen erhält und in welchem Rahmen sie ohne Beschluss der Eigentümer einen Fachbetrieb beauftragen darf.
Quellen
[1] roofSec: Häufig gestellte Fragen. Benachrichtigung des hinterlegten Ansprechpartners, Meldung bei Systemereignissen wie längeren Strom- oder Internetausfällen, Einbau bei Neudeckung oder Sanierung.
[2] roofSec: Was ist roofSec? So funktioniert das Monitoring-System für Flachdächer. E-Mail, Dashboard und Dachplan, Heartbeat-Funktion, Eingrenzung der nassen Zone.
[3] Arch Insurance Risk Engineers (2026): Water Damage Mitigation Plan. AIRE Bulletin des Versicherers Arch (englisch) zu Notfallkontaktliste mit Reihenfolge, Kontakt außerhalb der Geschäftszeiten und Aktualisierung jährlich sowie bei Personalwechsel.
[4] Republik Österreich, RIS: § 62 Versicherungsvertragsgesetz (VersVG). Pflicht des Versicherungsnehmers zur Abwendung und Minderung des Schadens.
[5] Deutschland: § 82 Versicherungsvertragsgesetz (VVG), Abwendung und Minderung des Schadens. Entsprechende Regelung für Deutschland.
Quellen abgerufen am 31. Oktober 2026.